Entwicklungsgeschichte

ElmarWolf.

Physiker, Informatiker, Erfinder, Freund und Wegbereiter. Vom Gedanken physikalischer Ordnung zu unserer heutigen Spintronik Technologie.

  • Person Physiker, Informatiker, Erfinder
  • Zeitraum 1996 bis heute
  • Lesezeit 7 Minuten

Manche technologische Entwicklungen beginnen nicht mit einem fertigen Produkt. Sie beginnen mit einer Frage.

Für unsere Entwicklung war Elmar Wolf der Mensch, der eine dieser Fragen schon früh stellte: Kann der Zustand eines Materials oder technischen Systems gezielt beeinflusst werden, ohne ihm einfach mehr Energie zuzuführen?

Elmar war Diplom-Physiker und Informatiker, Entwickler und Erfinder. Für uns war er darüber hinaus Freund, Gesprächspartner und Inspirator. Seine Beschäftigung mit elektromagnetischen Feldern, Frequenzen, Schwingkreisen und behandelten Materialien wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt unseres eigenen technologischen Weges.

Manche Menschen hinterlassen ein fertiges Werk. Andere hinterlassen eine Idee, die weiterlebt. Elmar hat uns beides hinterlassen: technische Grundlagen und den Mut, weiterzufragen.

Ordnung als gemeinsamer Gedanke

Ordnung kann technisch relevant sein.

Die wissenschaftliche Spintronik zeigt, dass nicht allein die vorhandene Materie oder elektrische Ladung entscheidend sein muss. Auch Ausrichtung, Zustand und Ordnung können die Eigenschaften eines physikalischen Systems beeinflussen.

Elmar Wolf beschäftigte sich auf einem anderen technologischen Weg mit einer verwandten Grundfrage: Lassen sich physikalische Zustände durch elektrische und magnetische Felder gezielt verändern, und kann ein solcher Zustand in einem Material erhalten bleiben?

Genau hier sehen wir heute eine wichtige Verbindung. Nicht in der Behauptung, dass Elmars Arbeiten und die wissenschaftliche Spintronik denselben mikrophysikalischen Mechanismus verwenden. Sondern in einem gemeinsamen Grundgedanken: Ordnung kann technisch relevant sein.

1996

Aus einer Beobachtung wird eine Fragestellung.

In seinem später veröffentlichten Artikel über den sogenannten „Kraftstoffverstärker“ KV beschreibt Elmar selbst einen frühen Ausgangspunkt seiner Entwicklung.

1996 hatte er einem Bekannten eine kleine Menge von ihm behandelten, damals als „aktiviert“ bezeichneten Sandes überlassen. Während einer Autofahrt lag dieses Material im Kofferraum über dem Kraftstofftank. Einige Tage später berichtete der Fahrer von subjektiv wahrgenommenen Veränderungen des Fahrzeugs.

Bemerkenswert ist, wie Elmar selbst damit umging. Er schrieb ausdrücklich, dass ihm diese Beobachtung wissenschaftlich nicht genügte, weil sie zunächst nicht reproduzierbar war. Daraus entwickelte er eine systematischere technische Fragestellung und begann, mit definierten Aufbauten und elektromagnetischer Behandlung weiterzuarbeiten.

Eine Beobachtung ist ein Ausgangspunkt. Erst Vergleich, Wiederholbarkeit und Messung machen daraus technische Entwicklungsarbeit.

Der Denkansatz

Nicht mehr Energie zuführen, sondern Zustände verändern.

Elmars Denken bewegte sich zunehmend weg von der Frage, wie einem System einfach zusätzliche Energie zugeführt werden könnte.

Ihn beschäftigte vielmehr, ob Struktur, zeitliche Modulation und Ordnung elektrischer und magnetischer Felder das Verhalten eines Mediums oder technischen Systems beeinflussen können.

In seiner Veröffentlichung von 1998 diskutierte er elektrische und magnetische Felder, Ladungsträger, Feldüberlagerungen, Frequenzen und Schwingkreise. Dabei entwickelte er eigene theoretische Modelle dafür, wie sich definierte Zustände erzeugen und auf Medien übertragen lassen könnten.

Nicht alle Begriffe und theoretischen Erklärungen, die Elmar damals verwendete, entsprechen dem heutigen etablierten physikalischen Konsens. Für unsere Entwicklungsgeschichte ist jedoch etwas anderes entscheidend: Schon damals beschäftigte er sich mit der Idee, dass eine definierte elektromagnetische Behandlung einem Material einen Zustand verleihen könnte, der nach der eigentlichen Behandlung erhalten bleibt.

Material behandeln. Einen definierten Zustand erzeugen. Diesen Zustand anschließend technisch nutzen.

1997 und 1998

Aus der Idee wird ein technischer Aufbau.

Elmars Entwicklungsarbeit ist nicht nur aus persönlichen Erinnerungen bekannt.

Gemeinsam mit Dieter Schulze wird er als Erfinder der Patentveröffentlichungen EP0860935A1 / DE19806349A1 „Gerät zur Kopplung von elektrischen und magnetischen Feldern“ geführt. Die zugrunde liegende Priorität stammt vom 12. Februar 1997.

Die Unterlagen beschreiben einen technischen Aufbau, bei dem elektrische und magnetische Felder miteinander gekoppelt werden und feste, flüssige oder gasförmige Medien zeitweise diesen Feldern ausgesetzt werden können.

Wichtig ist die korrekte Einordnung: Die europäische Anmeldung wurde später zurückgenommen und ist kein erteiltes Patent. Ihr Wert für unsere Geschichte liegt deshalb nicht in einem vermeintlichen Wirksamkeitsbeweis. Sie dokumentiert vielmehr unabhängig und zeitgenössisch, woran Elmar tatsächlich arbeitete: elektromagnetische Felder, Behandlung von Medien und gezielte Modulation.

1998

Von der Theorie zum Prüfstand.

Elmar beließ es nicht bei theoretischen Überlegungen.

In seiner Veröffentlichung dokumentierte er praktische Untersuchungen an Fahrzeugen und Rollenprüfständen. Darunter finden sich Drehmoment- und Leistungsmessungen sowie Darstellungen von Abgaswerten. Er berichtet außerdem von einer längeren praktischen Entwicklungs- und Erprobungsphase.

Diese Ergebnisse sind Elmars historische Selbstdokumentation und nicht mit heutigen unabhängigen Wirksamkeitsnachweisen gleichzusetzen. Sie zeigen jedoch etwas Wesentliches: Aus einer zunächst ungewöhnlichen Beobachtung war innerhalb weniger Jahre ein technischer Entwicklungsprozess mit Versuchsaufbauten, Messungen und dokumentierten Anwendungen entstanden.

1999 und 2000

Der Ansatz entwickelt sich weiter.

Mit der internationalen Patentveröffentlichung WO2000048727A1 „Elektronische Steuereinheit für einen Feldgenerator“ lässt sich Elmars Arbeit weiterverfolgen. Die Priorität stammt aus dem Februar 1999, veröffentlicht wurde die Anmeldung im August 2000.

Damit wird deutlich: Elmars Entwicklungsweg endete nicht beim Kraftstoffverstärker. Er beschäftigte sich weiter mit der Erzeugung, Steuerung und Veränderung elektromagnetischer Feldzustände und mit der Frage, wie solche Zustände technisch genutzt werden könnten.

Der entscheidende Gedanke

Ordnung.

Rückblickend lässt sich Elmars Arbeit auf eine Frage verdichten: Kann ein physikalischer Zustand gezielt erzeugt, geordnet und anschließend technisch nutzbar gemacht werden?

Von Elmars Grundlagen zur heutigen Technologie der Ordnung

Diesen Prozess nennen wir heute Programmierung.

Aus Elmars Grundlagenarbeit entstand nicht unmittelbar das heutige Produktportfolio. Es folgten viele Jahre eigener Entwicklung, Versuchsreihen, unterschiedliche Materialien, Programmierungen, Anwendungen und Messungen.

Ich durfte Elmars Grundlagen aufgreifen und mit seiner Unterstützung weiterentwickeln. Daraus entstanden Schritt für Schritt die heutigen Anwendungen unserer Spintronik Technologie.

Heute steht im Mittelpunkt ein speziell vorbereitetes Trägermaterial. Dieses wird nach einem definierten elektromagnetischen Verfahren behandelt. Kombination, Abfolge und Ausrichtung der Behandlung werden auf Material, System und Aufgabenstellung abgestimmt.

Die Programmierung ist keine Software. Sie beschreibt einen reproduzierbar festgelegten Herstellungs- und Behandlungsprozess unseres Trägermaterials. Unterschiedliche Materialien und Anwendungen können dabei unterschiedliche Programmierungen benötigen.

Was wir heute wissen, und was wir noch erforschen

Messen, reproduzieren, weiter erforschen.

Heute können wir klar zwischen drei Ebenen unterscheiden: Wir haben ein definiertes technologisches Verfahren. Wir verfügen über konkrete Anwendungen, Vergleichsversuche, Messungen und dokumentierte Praxiserfahrungen. Und wir haben ein mikrophysikalisches Erklärungsmodell, das noch nicht abschließend geklärt ist.

Unser heutiges Modell geht davon aus, dass durch die elektromagnetische Behandlung definierte Ordnungszustände im Trägermaterial erzeugt werden können. Eine mögliche Rolle spinbezogener Ordnungszustände ist Bestandteil dieses Modells. Wie ein solcher Zustand im Material gespeichert wird und wie genau die Wechselwirkung mit anderen Materialien und Systemen stattfindet, ist Gegenstand weiterer Forschung.

Das ist für uns kein Widerspruch. Technische Entwicklung beginnt häufig mit einer reproduzierbaren Beobachtung. Die vollständige Erklärung kann später folgen.

Wir unterscheiden zwischen dem, was wir messen und reproduzieren können, und dem, was wir auf mikrophysikalischer Ebene noch erforschen.

Langzeiterfahrung und Stabilität

Nahezu drei Jahrzehnte Erfahrung.

Die Entwicklungslinie von Elmars frühen Arbeiten Mitte der 1990er-Jahre bis zu unseren heutigen Anwendungen umfasst inzwischen nahezu drei Jahrzehnte. In dieser Zeit sind Erfahrungen mit unterschiedlichen Trägermaterialien, Programmierungen, Anwendungen und Langzeitbeobachtungen zusammengekommen.

Nach unseren eigenen Langzeiterfahrungen haben sich anwendungsbezogen abgestimmte Programmierungen in den von uns beobachteten Fällen über lange Zeiträume stabil gezeigt. Auch bei internen Nachprüfungen nach einer Exposition in einem Magnetresonanztomographen (MRT) konnten wir in den konkret untersuchten Fällen keine Veränderung der zuvor dokumentierten Funktion beziehungsweise der beobachteten Systemwirkung feststellen.

Diese Erfahrungen sind für uns ein wichtiger Hinweis auf die praktische Langzeitstabilität der Programmierung. Wir kennzeichnen sie bewusst als eigene Entwicklungs- und Anwendungserfahrung: Sie stellen keinen allgemeinen Nachweis für sämtliche Materialien, Programmierungen, MRT-Systeme, Feldstärken oder Expositionsbedingungen dar.

Freund und Wegbereiter

Mehr als Patentschriften und Diagramme.

Wer Elmar nur über Patentschriften, Diagramme und technische Begriffe kennenlernt, sieht nur einen Teil des Menschen.

Für uns war er vor allem ein Freund. Ein Mensch mit außergewöhnlicher Neugier, Freude am Entdecken und dem Mut, Fragen zu stellen, für die es noch keine fertigen Antworten gab.

Diese Haltung hat unsere eigene Entwicklungsarbeit nachhaltig geprägt.

Wir bezeichnen Elmar deshalb aus unserer persönlichen und unternehmenshistorischen Sicht als einen geistigen Wegbereiter unserer Spintronik Technologie. Nicht als Begründer des wissenschaftlichen Forschungsfeldes Spintronics, sondern als den Menschen, dessen Wissen, Ideen und Unterstützung einen wesentlichen Ausgangspunkt unseres eigenen technologischen Weges bildeten.

In dankbarer Erinnerung

Seine Fragen leben weiter.

Elmar Wolf wurde am 2. Juli 2018 in Warnemünde im Rahmen einer Seebestattung beigesetzt.

Mit ihm haben wir einen Freund und wichtigen Wegbegleiter verloren. Seine Neugier, seine Fragen und seine technischen Impulse leben jedoch in unserer Arbeit weiter.

Wenn wir heute an Trägermaterialien, Programmierungen, Messungen und neuen Anwendungen arbeiten, führen wir auch Fragen weiter, die Elmar bereits Jahrzehnte zuvor gestellt hat.

In dankbarer Erinnerung an unseren Freund und Inspirator Elmar Wolf.

Zeitleiste

Elmar Wolf unddie Entwicklungslinie.

Von einer ersten Beobachtung Mitte der 1990er-Jahre bis zu den heutigen Anwendungen unserer Spintronik Technologie.

  1. 1996

    Die Beobachtung

    Elmar beschreibt später den Ausgangspunkt seiner Kraftstoffverstärker-Entwicklung: eine Beobachtung im Zusammenhang mit von ihm behandeltem („aktiviertem“) Sand und einem Fahrzeug.

  2. 1997

    Die Patentanmeldung

    Priorität der später veröffentlichten Patentanmeldung „Gerät zur Kopplung von elektrischen und magnetischen Feldern“.

  3. 1998

    Artikel und Prüfstand

    NET-Journal-Artikel zum Kraftstoffverstärker KV mit Theorie, Versuchen und Prüfstanddarstellungen; Veröffentlichung der europäischen Patentanmeldung EP0860935A1.

  4. 1999/2000

    Weitere Patentarbeit

    Weitere Patentarbeit, darunter „Elektronische Steuereinheit für einen Feldgenerator“ (WO2000048727A1).

  5. 2002

    Der Kongress

    Vortrag beim Kongress „Universale Energielösungen“ in Bensheim; weitere Beschäftigung mit Schwingkreisen, Frequenzen und Feldmodellen.

  6. Danach

    Weitergabe

    Weitergabe von Wissen und Impulsen; Weiterentwicklung der Grundlagen in Richtung heutiger Spintronik Anwendungen und Produkte.

  7. 02.07.2018

    In Erinnerung

    Seebestattung in Warnemünde. Elmar bleibt als Freund, Inspirator und Wegbereiter Teil unserer Geschichte.

  8. Heute

    Technologie der Ordnung

    Anwendungsbezogene Programmierungen, Trägermaterialien, Vergleichsversuche, Messungen und dokumentierte Langzeiterfahrungen. In unseren eigenen Anwendungen zeigen sich abgestimmte Programmierungen über lange Zeiträume stabil; interne Nachprüfungen nach MRT-Exposition ergaben in den konkret untersuchten Fällen keine feststellbare Veränderung der zuvor dokumentierten Funktion. Messbefund, Beobachtung und Erklärungsmodell werden weiterhin klar voneinander getrennt.

Quellen

Quellen und historische Einordnung.

  • Elmar Wolf: „Optimierung von Verbrennungsprozessen in Kraftfahrzeugen mittels EM-Feldern. Der Kraftstoffverstärker KV“, NET-Journal, Jahrgang 3, Heft 7/8, Juli/August 1998, S. 13 bis 19.
  • Patentveröffentlichung EP0860935A1 / DE19806349A1, „Gerät zur Kopplung von elektrischen und magnetischen Feldern“, Elmar Wolf und Dieter Schulze. Priorität 12.02.1997, europäische Veröffentlichung 26.08.1998, europäische Anmeldung später zurückgenommen.
  • Patentveröffentlichung WO2000048727A1, „Elektronische Steuereinheit für einen Feldgenerator“, Elmar Wolf. Priorität 19.02.1999, Veröffentlichung 24.08.2000.
  • NET-Journal, Mai/Juni 2023: späterer Rückblick auf Elmar Wolf, seine Arbeiten, den Kongress 2002 und seinen Einfluss auf spätere Entwicklungsansätze.