Wissen›Tests und Messungen›Presse

Nachweis · Presse

Evidenzstufe E, Anwendererfahrung

auto&wissen,
zwei Artikel, viele Fragezeichen.

Eine Fachzeitschrift hat 2017 und 2019 über die Technologie berichtet. Wir zeigen hier, was aus diesen Artikeln belastbar ist und was nicht, und das ist mehr Zweites als Erstes.

Quelle
Fachzeitschrift auto&wissen
Ausgaben 2017 und 2019
Themen 2017
Caterham 485 CSR im Fahrversuch
und ein Schwingungstest an Aluminium
Themen 2019
Heckflügel im Windkanal,
Reifenausrollversuch, Flottenverbrauch
Status
Presseberichterstattung,
kein eigener Prüfbericht

+35 %

aerodynamische Effizienz bei 6 Grad

Heckflügel einer Formel-3-Klasse, gemessen an der Hochschule Landshut. Programmierter Konverter gegen funktionslosen Dummy.

−24 %

mit einer anderen Programmierung

Derselbe Flügel, andere Konverterprogrammierung, Ergebnis in die andere Richtung. Diese Zahl steht im selben Artikel.

285 auf 315 m

Ausrollstrecke eines Reifens

Rund 10,5 Prozent weiter. Der Artikel leitet daraus 10 Prozent weniger Rollwiderstand ab, das tun wir nicht.

Worum es hier geht

In zwei Ausgaben der Fachzeitschrift auto&wissen wurde über die Technologie berichtet, 2017 und 2019. Die Artikel sind Presseberichterstattung, keine Prüfberichte. Trotzdem enthalten sie zwei Abschnitte, die konkrete Zahlen nennen, und um die geht es hier.

Der Heckflügel. An der Hochschule Landshut wurde ein Heckflügel einer Formel-3-Klasse im Windkanal vermessen, mit einem funktionslosen Dummy-Konverter und mit programmierten Konvertern. Der Artikel nennt im Mittel knapp 20 Prozent mehr aerodynamische Effizienz, 35 Prozent bei 6 Grad Anstellwinkel und 14 Prozent bei 15 Grad. Und er nennt eine andere Programmierung, die 24 Prozent schlechter ausfiel.

Der Reifenversuch. Der Artikel nennt 285 Meter Ausrollstrecke im Original und 315 Meter mit der Technologie.

Der Caterham von 2017. Ein Fachjournalist fuhr nacheinander verschiedene Reifen-, Fahrwerks- und Felgenkonfigurationen und bewertete sie. Der Artikel hält fest, dass er die erwarteten Wirkungen nicht kannte. Das ist methodisch ein Pluspunkt, aber es ist keine vollständige Verblindung.

Heckflügel im Windkanal, Hochschule Landshut

Aerodynamische Effizienz als Index, Dummy-Konverter gleich 100. Höher ist besser.

Dummy ohne Funktion Programmierter Konverter

Bei 6 Grad Anstellwinkel

Dummy ohne Funktion
100
Programmierter Konverter
135

Bei 15 Grad Anstellwinkel

Dummy ohne Funktion
100
Programmierter Konverter
114
Und die Programmierung, die es schlechter macht

Derselbe Index. Derselbe Flügel, eine andere Konverterprogrammierung.

Dummy ohne Funktion Programmierter Konverter

Mittel über die Anstellwinkel

Dummy ohne Funktion
100
Programmierter Konverter
rund 120

Andere Programmierung

Dummy ohne Funktion
100
Programmierter Konverter
76
Reifenausrollversuch aus dem Artikel von 2019

Ausrollstrecke in Metern. Weiter bedeutet weniger Widerstand.

Dummy ohne Funktion Programmierter Konverter

Ausrollstrecke

Dummy ohne Funktion
285 m
Programmierter Konverter
315 m

Wie diese Zahlen einzuordnen sind

Ein Presseartikel ist kein Prüfbericht. Wir haben die Angaben nicht extern verifiziert. Die Artikel sind eine historische Sekundärquelle, und so behandeln wir sie hier.

Für den Heckflügel gehört die Primärquelle her. Die Messung stammt aus einer Hochschularbeit. Die Zahlen auf dieser Seite stehen im Artikel, nicht in einem uns vorliegenden Messprotokoll. Wer sie belastbar haben will, muss an die Originalmessung.

Die Minus-24-Prozent gehören dazu. Eine andere Programmierung verschlechterte die Effizienz deutlich. Das steht im selben Artikel und zeigt genau das, was auch der Ski- und der Stabilisatortest zeigen: die Programmierung entscheidet, und sie kann in beide Richtungen wirken.

Aus mehr Ausrollstrecke wird kein Rollwiderstand in Prozent. Der Artikel leitet aus 285 auf 315 Meter zehn Prozent weniger Rollwiderstand ab. Belastbar ist die Streckenänderung von rund 10,5 Prozent. In den Ausrollweg gehen Luftwiderstand, Lager und Antriebsstrang mit ein.

Drei Aussagen aus den Artikeln verwenden wir gar nicht. Die genannten fünf bis sechs Prozent Kraftstoffersparnis aus Flottenversuchen stehen dort ohne jede Methodik. Die genannten bis zu vier Dezibel weniger Pumpengeräusch stehen ohne Prüfprotokoll und ohne Frequenzangabe. Und die Erklärungsmodelle zu Spin, Trägerwellen und statischer Aufladung waren damals ein Modell und sind bis heute kein bewiesener Mechanismus.

Warum die Artikelseiten hier nicht stehen Beide Artikel sind in einer Fachzeitschrift erschienen. Die Nutzungsrechte an Text und Bildern liegen beim Verlag und sind für eine Veröffentlichung auf dieser Seite nicht geklärt. Die vollständigen Ausgaben schicken wir auf Anfrage, sobald das geregelt ist.
AW
auto&wissen

Fachzeitschrift, Ausgaben 2017 und 2019

Die Artikel wurden von einer Fachredaktion geschrieben, nicht von uns. Wir haben ihre Angaben nicht nachgeprüft und sagen das hier deutlich.

Wo dieselben Fragen mit eigener Messung beantwortet sind

Für die Themen, die diese Artikel nur streifen, gibt es im Archiv Seiten mit einer eigenen Messung dahinter.

Einordnung

So ist dieser Test einzuordnen.

Jede Testseite folgt demselben Raster. Damit lässt sich auf einen Blick vergleichen, wie belastbar ein Ergebnis ist, ohne dass man den ganzen Bericht lesen muss.

Fragestellung
Was steht in den beiden Artikeln der Fachzeitschrift auto&wissen über die Technologie, und welche der dort genannten Zahlen sind belastbar?
Prüfobjekt
Kein einzelner Prüfling, sondern mehrere im Artikel beschriebene Versuche: ein Heckflügel einer Formel-3-Klasse im Windkanal, ein Reifenausrollversuch, ein Caterham 485 CSR im Fahrversuch und ein Schwingungstest an Aluminium.
Prüfer
Die Redaktion der Fachzeitschrift auto&wissen. Für den Heckflügel nennt der Artikel eine Messung an der Hochschule Landshut, das zugehörige Messprotokoll liegt uns nicht vor. Wir selbst haben hier nicht gemessen.
Datum
Die Ausgaben von 2017 und 2019.
Methodik
Nach Darstellung der Artikel wurde der Heckflügel im Windkanal bei verschiedenen Anstellwinkeln einmal mit einem funktionslosen Dummy-Konverter und einmal mit programmierten Konvertern vermessen. Dazu kommen ein Ausrollversuch mit einem Reifen und ein Fahrversuch, bei dem ein Fachjournalist nacheinander verschiedene Reifen-, Fahrwerks- und Felgenkonfigurationen fuhr und bewertete, ohne die erwarteten Wirkungen zu kennen. Eine vollständige Verblindung war das nicht, und weitere Angaben zu Verfahren, Norm oder Anzahl der Läufe enthalten die Artikel nicht.
Bedingungen
Randbedingungen sind in beiden Artikeln nicht dokumentiert. Es fehlen Angaben zu Strömungsgeschwindigkeit, Wiederholungen, Streckenzustand und Messtoleranz. Ein Originalprotokoll, in dem diese Angaben stehen könnten, liegt uns nicht vor.
Ergebnis
Für den Heckflügel nennt der Artikel 35 Prozent mehr aerodynamische Effizienz bei 6 Grad Anstellwinkel, 14 Prozent bei 15 Grad und im Mittel knapp 20 Prozent. Im selben Artikel steht, dass eine andere Programmierung 24 Prozent schlechter ausfiel, das Ergebnis also in die andere Richtung ging. Der Reifenausrollversuch nennt 285 Meter im Original und 315 Meter mit der Technologie, das sind rund 10,5 Prozent mehr Strecke.
Grenzen
Ein Presseartikel ist kein Prüfbericht, die Angaben sind von uns nicht extern verifiziert und die Artikel bleiben eine historische Sekundärquelle. Aus der längeren Ausrollstrecke lässt sich kein Rollwiderstand in Prozent ableiten, weil Luftwiderstand, Lager und Antriebsstrang mit eingehen. Drei Angaben aus den Artikeln verwenden wir bewusst gar nicht, nämlich die fünf bis sechs Prozent Kraftstoffersparnis aus Flottenversuchen und die bis zu vier Dezibel weniger Pumpengeräusch, beide ohne Methodik und ohne Protokoll, sowie die damaligen Erklärungsmodelle zu Spin, Trägerwellen und statischer Aufladung, die bis heute kein bewiesener Mechanismus sind.
Originalquelle
Für diese Auswertung liegt keine Originalunterlage öffentlich vor. Die Nutzungsrechte an den Artikelseiten liegen beim Verlag und sind für eine Veröffentlichung hier nicht geklärt.

Der nächste Schritt

Über uns geschrieben ist nicht von uns belegt.

Wir freuen uns über jede Berichterstattung und führen sie trotzdem nicht als Nachweis. Was wir als Nachweis führen, sind Messungen, bei denen jemand vorher und nachher dasselbe gemessen hat.