- Fragestellung
- Was steht in den beiden Artikeln der Fachzeitschrift auto&wissen über die Technologie, und welche der dort genannten Zahlen sind belastbar?
- Prüfobjekt
- Kein einzelner Prüfling, sondern mehrere im Artikel beschriebene Versuche: ein Heckflügel einer Formel-3-Klasse im Windkanal, ein Reifenausrollversuch, ein Caterham 485 CSR im Fahrversuch und ein Schwingungstest an Aluminium.
- Prüfer
- Die Redaktion der Fachzeitschrift auto&wissen. Für den Heckflügel nennt der Artikel eine Messung an der Hochschule Landshut, das zugehörige Messprotokoll liegt uns nicht vor. Wir selbst haben hier nicht gemessen.
- Datum
- Die Ausgaben von 2017 und 2019.
- Methodik
- Nach Darstellung der Artikel wurde der Heckflügel im Windkanal bei verschiedenen Anstellwinkeln einmal mit einem funktionslosen Dummy-Konverter und einmal mit programmierten Konvertern vermessen. Dazu kommen ein Ausrollversuch mit einem Reifen und ein Fahrversuch, bei dem ein Fachjournalist nacheinander verschiedene Reifen-, Fahrwerks- und Felgenkonfigurationen fuhr und bewertete, ohne die erwarteten Wirkungen zu kennen. Eine vollständige Verblindung war das nicht, und weitere Angaben zu Verfahren, Norm oder Anzahl der Läufe enthalten die Artikel nicht.
- Bedingungen
- Randbedingungen sind in beiden Artikeln nicht dokumentiert. Es fehlen Angaben zu Strömungsgeschwindigkeit, Wiederholungen, Streckenzustand und Messtoleranz. Ein Originalprotokoll, in dem diese Angaben stehen könnten, liegt uns nicht vor.
- Ergebnis
- Für den Heckflügel nennt der Artikel 35 Prozent mehr aerodynamische Effizienz bei 6 Grad Anstellwinkel, 14 Prozent bei 15 Grad und im Mittel knapp 20 Prozent. Im selben Artikel steht, dass eine andere Programmierung 24 Prozent schlechter ausfiel, das Ergebnis also in die andere Richtung ging. Der Reifenausrollversuch nennt 285 Meter im Original und 315 Meter mit der Technologie, das sind rund 10,5 Prozent mehr Strecke.
- Grenzen
- Ein Presseartikel ist kein Prüfbericht, die Angaben sind von uns nicht extern verifiziert und die Artikel bleiben eine historische Sekundärquelle. Aus der längeren Ausrollstrecke lässt sich kein Rollwiderstand in Prozent ableiten, weil Luftwiderstand, Lager und Antriebsstrang mit eingehen. Drei Angaben aus den Artikeln verwenden wir bewusst gar nicht, nämlich die fünf bis sechs Prozent Kraftstoffersparnis aus Flottenversuchen und die bis zu vier Dezibel weniger Pumpengeräusch, beide ohne Methodik und ohne Protokoll, sowie die damaligen Erklärungsmodelle zu Spin, Trägerwellen und statischer Aufladung, die bis heute kein bewiesener Mechanismus sind.
- Originalquelle
- Für diese Auswertung liegt keine Originalunterlage öffentlich vor. Die Nutzungsrechte an den Artikelseiten liegen beim Verlag und sind für eine Veröffentlichung hier nicht geklärt.